Rav-Erna-de-Vries

OHW Erna-de-Vries-Schule

OHW Erna-de-Vries-Schule

 

In einem Brief hatte uns Frau Erna de Vries viele gute Wünsche für die „Radtour gegen das Vergessen“ mit auf den Weg nach Ravensbrück gegeben. Während der Tour rief sie bereits einige Male in der Schule an, um sich nach den Radfahrern zu erkundigen. Sie war – wie sie Herrn Neteler und Frau Hülsmann bei einem Besuch erzählte – immer mit ihren Gedanken und ihrem Herzen bei den Schülerinnen und Schülern.

So war sie ganz spontan bereit, die beiden Kollegen am Mittwochvormittag bei sich zu Hause zu empfangen, um einiges von der Radtour zu erfahren. Häufig schüttelte sie beim Betrachten der Tourbilder den Kopf, wenn sie dabei an die Strapazen und Anstrengungen dachte, die alle ihretwegen auf sich genommen hatten. Ganz besonders beeindruckte sie die Tatsache, dass nach einer anstrengenden 80km langen Tagesetappe noch gekocht und der Schlafplatz eingerichtet werden musste.

Die Fotos aus Ravensbrück kommentierte sie intensiv und unterstrich noch einmal, wie sie dort unter ständigen Drohungen den Tag vom frühen Morgen bis tief in die Nacht erleben musste. Mit „Schneller“ und Stockhieben wurden sie den gesamten Tag voran getrieben. Sie berichtete aber auch davon, dass sich die Frauen trotz des Terrors, zusammengesetzt hätten, verbotenerweise Lieder gesungen und Geschichten erzählt hätten. Frau de Vries vergaß nicht die sehnsüchtigen Blicke über den See zu erwähnen, wo sie jenseits der KZ-Mauern den Ort Fürstenberg mit seinem gesellschaftlichen freien Leben liegen sah.

Beim Abschied wünschte sich Erna de Vries, dass einige Schülerinnen und Schüler der Radtour sie besuchen, um von ihren Eindrücken zu berichten.

Selbstverständlich setzten Frau Hülsmann und Herr Neteler auch im Vorgarten von Erna de Vries und auf dem nach ihrem Namen benannten Platz eine Sonne – das Symbol der Radtour gegen das Vergessen. Tief beeindruckt und bewegt machten sich die beiden Kollegen von Lathen, dem Wohnort von Frau de Vries, aus auf die Heimreise.