Rav-Vorbereitungen

Letzte Informationen

am Montag, 23.05.2016 trafen sich noch einmal alle 35 Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern, um gemeinsame Absprachen zur Radtour nach Ravensbrück zu vereinbaren und von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, letzte Fragen zu klären zum Material und zur Fahrt zu klären.

Bei allen Beteiligten steigen inzwischen Spannung und Vorfreude auf die Radtour.

Herr Dr. Wember vom WDR arbeitet mit unseren Schülern

Alle Schülerinnen und Schüler, die sich am Montag, 30.05.2016 auf die Spuren von Erna de Vries begeben werden, waren am Dienstag, 24.05.2016 eingeladen, um mit Herrn Dr. Wember, Verantwortlicher der Sendung Zeitzeichen im WDR, zum Thema Gestapo zu arbeiten.

Mit eindrucksvollen kurzen Ausschnitten bereits gelaufener Sendungen machte Herr Dr. Wember die Schüler darauf aufmerksam, wie sie für eine Sendung im Radio, vor der Klasse oder vor anderen Gruppierungen einen Spannungsbogen erzeugen können, damit die Zuhörer nicht das Interesse verlieren. Außerdem machte er den Schülern anhand von Orginalaussagen deutlich, wie die damaligen Machthaber ihr Vorhaben umsetzen konnten, wie sie es schafften konnten, die Zuhörer emotionell in ihren Bann zu ziehen. Anschließend sollten die Schülerinnen und Schüler einen vorgegebene Quelle zu kürzen. So sollten unwichtige Sätze für eine eigene Reportage gestrichen werden, ohne die Bedeutung des Inhalts zu verändern. In der abschließenden Reflexion über die gestrichenen Passagen erfuhren die Schüler noch einmal mehr von Schwierigkeiten, die die Moderatoren beseitigen müssen, wenn es darum geht, den Zuhörer bei Laune zu halten, damit er nicht zu einer anderen Sendung umschaltet.

Erster Platten und kühle Erfrischung

Am Dienstag, trafen sich direkt nach dem Unterricht alle Teilnehmer der „Radtour gegen das Vergessen“ mit ihren Rädern. Bei schönstem Wetter ging es von der Schule in die Baumberge.

Dankenswerterweise konnten uns für diesen Tag so viele Fahrräder zur Verfügung gestellt werden, dass tatsächlich niemand zurück gelassen werden musste. Leicht zögernd zeigten sich dann aber die Schülerinnen und Schüler bei der Wahl eines bereitgestellten Helms und bei der Aufforderung, sich eine Warnweste anzuziehen. Der Anblick eines solch einheitlichen Bildes vor dem Eingang der Schule in Verbindung mit der sehr positiven Grundstimmung der Radfahrer ließ dann aber einige Schüler bedauern, sich nicht zu dieser Radtour angemeldet zu haben. Sie möchten dies mit dem Einverständnis ihrer Eltern nachholen.

Auf der vorbereitenden Radtour durch die Baumberge sollten vor allem das Fahren in der Kolonne und das Weitergeben von Kommandos bei Gefahrenpunkten und Gegenverkehr geübt werden. Kurze Anweisungen zum Einreihen im Reißverschlussprinzip waren notwendig.

Der erste Platten ließ nicht lange auf sich warten, so dass diese nicht eingeplante Pause zum Chillen genutzt werden konnte.

Die größere Pause am Eiscafé San Remo in Havixbeck kam sehr gelegen. Alle Schülerinnen, Schüler und begleitende Lehrer bedankten sich zum Schluss im Chor bei der Besitzerin des Eiscafés, die von unserem Plan und Elan so angetan war, dass sie jedem ein Eis spendierte. Sehr zufrieden, aber doch etwas geschafft, waren wir gegen 17:30 Uhr wieder an der Schule zurück.

 

Es geht an die Feinheiten

Der wichtigste Punkt bei unserem 2. Vorbereitungstreffen war die exakte Belegung der Zeltgruppen und die Klärung der noch fehlenden Materialien wie Fahrräder, Gepäcktaschen, Zelte, Schlafsäcke und Isomatten.

Für unsere Mädchen und Jungen, die gerade aus ihrer Heimat geflüchtet sind, müssen wir uns noch weiter auf die Suche begeben, damit passende Fahrräder und Schlafsäcke zur Verfügung stehen.

Deutlich intensiver als beim ersten Treffen konnte die Vorfreude auf die „Radtour gegen das Vergessen“ bei allen Schülerinnen und Schülern wahrgenommen werden.

Die Sonne auf unserem Weg

Die Sonne ist für uns zum Symbol geworden, weil Erna de Vries in ihren dunkelsten Tagen immer wieder gesagt hat: „Ich will noch einmal die Sonne sehen!“

Schülerinnen und Schüler der Technik-AG haben Sonnen ausgeschnitten, die mit viel Spaß dann im Kunstunterricht bemalt wurden. Die Identifikation aller Beteiligten, mit unserem Anliegen Gesicht zu zeigen, war während ihrer Arbeit deutlich zu spüren.

Diese Sonnen werden als Zeichen unserer Radtour gegen das Vergessen am Wegesrand aufgestellt und unseren Gastgebern als Dankeschön für ihren Einsatz zum Gelingen unserer Fahrt überreicht.

Ebenfalls mit viel Elan haben bereits die meisten Schülerinnen und Schüler unserer Schule eine Sonne gebastelt und mit dem Gedanken oder Gefühl, das sie zu den Themen Verfolgung, Unterdrückung, Flucht, Rettung und Hoffnung haben, beschriftet.

In einer Performance werden diese Sonnen dann in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück zu einer großen Sonne ausgelegt. So finden alle Gedanken und Wünsche unserer Schüler einen Platz an dem Ort, der für Erna de Vries die Rettung bedeutete.

Jetzt darf es losgehen!!!

  1. Vorbereitungstreffen für die Radtour „Gegen das Vergessen“ von Münster nach Ravensbrück

Sonne pur, eine leichte Brise und warme Temperaturen, so zeigte sich der Wettergott am ersten Vorbereitungstreffen für die gemeinsame Tour vom 30.05. – 7.06.2016 von Münster nach Ravensbrück.

Die bunt aus allen Klassen 9, 10 und der DAZ-Klasse zusammengewürfelte Gruppe sollte sich in erster Linie kennenlernen. Außerdem wurden genauere Details zur Radtour, geplante Besuche, Besichtigungen und Begegnungen mit anderen Schul- und Freizeitgruppen an den jeweiligen Etappenzielen erörtert und weitere Vorbereitungstermine bekannt gegeben. Erste Absprachen – wer zeltet mit wem? bzw. wer bringt welche Materialien mit? – konnten mit den Teilnehmern besprochen werden. Notwendige Hinweise für die Küche mussten geklärt werden. Die Radfahrer werden selber kochen. Es muss nur eine genaue Einkaufsliste angefertigt werden, die dann unterwegs vom „Versorgungsmanager“ abgearbeitet werden wird, damit bei Ankunft der Radfahrer am Etappenziel auch gekocht und gegessen werden kann.

Für die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler beim Radfahren zeigt sich die Firma Hürter sehr großzügig. Die für die Fahrradtour notwendigen Helme und Warnwesten werden von dieser stadtbekannten Radfirma gesponsert. Dankenswerterweise konnten wir bereits beim ersten Treffen Musterhelme und Westen anprobieren und unsere Größen aussuchen.

Der Sonne entgegen“ – Auf den Spuren der Zeitzeugin Erna de Vries (Namensgeberin unserer Schule)

Radtour gegen das Vergessen

Als alle in die Osterferien gingen, machte sich das Organisationsteam der Radtour gegen das Vergessen auf den Weg, um die Route von Münster nach Ravensbrück genauer zu erkunden.

Ziel war es vor allem Radwege zu finden, die uns abseits von lebhaft befahrenen Straßen durch das Münsterland, über den Teutoburger Wald, das Weserbergland, am Steinhuder Meer vorbei, durch die Ausläufer der Lüneburger Heide, durch die Altmark bis hin zur Mecklenburger Seenplatte führen. Neben der Einteilung der Radetappen wurden Unterkünfte ausgemacht bzw. Ausschau gehalten nach möglichen Raststellen, um verbrauchte Kräfte neu aufzutanken.

In Spenge unserer 1. Station half uns der Zufall bei der Quartierssuche. Da wir nicht den via Internet ausgemachten Zeltplatz vorfanden und etwas irritiert „und jetzt?“ fragten, bot uns schmunzelnd der vermeintliche Zeltplatzbesitzer seine Tenne und eine Wiese vor der Tenne zum Übernachten an. Außerdem dürfen wir die sanitären Anlagen mit nutzen.

In Bad Nenndorf, der 2. Zielort unserer Radtour, haben wir Kontakt zum Jugendzentrum aufgenommen.

Auf der 3. Etappe wollen wir mit Schülerinnen und Schülern der Heisterbergschule einen Soldatenfriedhof und die Gedenkstätte Ahlem besuchen. Wir übernachten in Hänigsen, wo wir im Freibad zelten und gemeinsam mit der DLRG-Jugend grillen. Die nahe gelegene Aurelia-Wald-Gesamtschule trägt ebenfalls den Namen einer Zeitzeugin, die aber bereits verstorben ist. Der Schulleiter wird eine von uns gestaltete Sonne, das Symbol unserer Radtour, überreicht bekommen.

Unsere Radtour wird uns am 4.Tag weiter nach Dähre führen. Dort wollen die Pfadfinder für uns Zelte bereitstellen und abends mit uns kochen bzw. am nächsten Morgen das Frühstück bereitstellen.

In Wittenberge, Ziel unserer 5. Etappe, werden wir uns am Friedensteich länger ausruhen und uns erholen. Wir werden in Blockhütten schlafen und abends mit besonderer Stimmung Hoffnungslichter auf den Teich setzen.

Den Weg zum Belower Wald werdenwir dann mit dem Bus zurück legen und so die Möglichkeit erhalten mit Frau Lange, Pädagogin der Gedenkstätte, auch längere Zeit zu arbeiten. Wir werden uns thematisch mit den unmenschlichen Bedingungen dieses Waldstücks auseinandersetzen, in das kurz vor Ende des Krieges die Häftlinge aus den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen zusammen getrieben wurden.

Das Ziel unserer gesamten Radtour erreichen wir am Folgetag, wo wir am Rüblinsee unsere Zelte aufschlagen werden. Einen ganzen Tag lang hat Frau Meyer, Pädagogin der Mahn- oder Gedenkstätte Ravensbrück, in Zusammenarbeit mit unserem Organisationsteam ein Programm erarbeitet. Wir werden u.a. die von allen Schülerinnen und Schülern der Erna-de-Vries-Schule gebastelten Sonnen zu einer Riesensonne auf einer Wiese zusammenfügen. So tragen wir die Hoffnungs- und Friedensgedanken aller Schüler an den Ort, der für unsere Namensgeberin zum lebensrettenden Ort geworden war. 

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